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Mi. 7. März 2018
21:00 Uhr
Kammer 1, Münchner Kammerspiele

Stummfilmkonzert
Das neue Babylon (1929)
mit Originalmusik von Dmitri Schostakowitsch

Besetzung

Orchester Jakobsplatz München
Daniel Grossmann, Dirigent

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Karten
34,- I 28,- I 23,- I 17,- | 8,-

OJM-Onlineverkauf
(ohne Vorverkaufsgebühren)

weitere Vorverkaufsstellen

Orchester Jakobsplatz München
(ohne Vorverkaufsgebühren)
Tel: 089 12 289 599
info(at)o-j-m.de

München Ticket
Tel.: 089 54 81 81 81
www.muenchenticket.de

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Leonid Trauberg, Regisseur

Leonid Trauberg wurde als Sohn eines Journalisten in Odessa geboren, siedelte aber achtjährig mit seiner Familie nach Sankt Petersburg um. Als Jude war ihm seinerzeit der Besuch eines Gymnasiums (und somit ein mögliches Studium) verwehrt, so dass er nach Odessa zurückkehrte. Als junger Mann entdeckte er hier seine Leidenschaft für das Theater sowie für die Literatur. Nach der Oktoberrevolution reiste er wieder nach Sankt Petersburg, das nun Petrograd hieß, um hier uneingeschränkt künstlerisch wirken zu können. Zu jener Zeit gab es eine Vielzahl avantgardistischer Theaterrichtungen, die sich vom zaristisch geprägten Theater Stanislawskis loslösten und neue, revolutionäre Strömungen bildeten. Konstantin Miklaschewski, der damals im Theater der Komischen Oper arbeitete, führte Trauberg zu seinem Vorgesetzten, der ihn mit dem damals 15-jährigen Grigori Kosinzew bekanntmachte und ihn schließlich als Darsteller verpflichtete.

Als Duo fingen die beiden jedoch bald an, eigene Wege zu gehen und eine eigene Richtung in der Kunst einzuschlagen, den Exzentrismus. 1921 gründeten die beiden hierfür die „Fabrik des exzentrischen Schauspielers“ (FEKS) und experimentierten mit ihren Theaterinszenierungen in den Grenzen des sich verändernden Theaters, was damals zu einem Skandal führte. Die Gruppe wechselte danach zum Film und debütierte im Dezember 1924 mit dem Film Abenteuer der Oktjabrina, gefolgt von Ijschki gegen Judenitsch (1925), Teufels Rad (1926), dem expressionistischen Film Der Mantel (1926) und Das neue Babylon (1929). Im weiteren Verlauf ihrer Filmarbeit wurde das Filmduo auch international bekannt und avancierte in den 1930er Jahren, vor allem wegen ihrer Maxim-Trilogie, zum Aushängeschild des sowjetischen Kinos.

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weitere Infos zum Konzert

Pariser Commune im Frühjahr 1871, während der Nachkriegswirren des Deutsch-Französischen Krieges: Das neue Babylon ist ein Großkaufhaus in Paris, in dem Louise als Verkäuferin arbeitet. Sie, Mitglied der Commune, und Jean, ein Soldat der Gegenseite, sind ineinander verliebt. Doch Liebe in Zeiten politischer Wirren findet keinen Ort. Sie endet im Grab, das Jean für Louise schaufeln muss.

Dmitri Schostakowitsch komponierte die Originalmusik zum 1929 erschienen Stummfilm Das neue Babylon des jüdischen Regisseurs Leonid Trauberg. Es ist Schostakowitschs erste Komposition für Film, der noch viele weitere folgen sollten. Die Musik-Montage, u.a. aus Tanz- und Operettenmelodien, französischer Volksmusik und Revolutionsliedern, sprüht vor Originalität, Witz und jugendlichem Übermut. Die Partitur war bald nach der Uraufführung verschollen und wurde erst 1975, kurz nach Schostakowitschs Tod, wiederentdeckt.

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Dmitri Schostakowitsch

Schostakowitsch ist neben Igor Strawinski (1882–1971), Sergei Prokofjew (1891–1953), Sergei Rachmaninow (1873–1943) und Alexander Skrjabin (1872–1915) der bedeutendste Komponist Russlands im 20. Jahrhundert und war außerordentlich produktiv und vielseitig. Er schrieb dem Regime von Josef Stalin Hymnen und blieb gleichzeitig auf Distanz zum stalinistischen System, welches ihn drangsalierte und jahrelang in Todesfurcht hielt.

„Um die Geschichte unseres Landes zwischen 1930 und 1970 nachzuleben, reicht es aus, die Sinfonien von Schostakowitsch zu hören“, schrieb die Wochenzeitung Moskowskije Nowosti. Der Cellist Mstislaw Rostropowitsch sah im sinfonischen Schaffen Schostakowitschs eine „Geheimgeschichte Russlands“, und Gottfried Blumenstein bezeichnet sein Werk als „apokalyptischen Soundtrack zum 20. Jahrhundert“.

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Dmitri Schostakowitsch

Schostakowitsch ist neben Igor Strawinski (1882–1971), Sergei Prokofjew (1891–1953), Sergei Rachmaninow (1873–1943) und Alexander Skrjabin (1872–1915) der bedeutendste Komponist Russlands im 20. Jahrhundert und war außerordentlich produktiv und vielseitig. Er schrieb dem Regime von Josef Stalin Hymnen und blieb gleichzeitig auf Distanz zum stalinistischen System, welches ihn drangsalierte und jahrelang in Todesfurcht hielt.

„Um die Geschichte unseres Landes zwischen 1930 und 1970 nachzuleben, reicht es aus, die Sinfonien von Schostakowitsch zu hören“, schrieb die Wochenzeitung Moskowskije Nowosti. Der Cellist Mstislaw Rostropowitsch sah im sinfonischen Schaffen Schostakowitschs eine „Geheimgeschichte Russlands“, und Gottfried Blumenstein bezeichnet sein Werk als „apokalyptischen Soundtrack zum 20. Jahrhundert“.

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Leonid Trauberg

Leonid Trauberg wurde als Sohn eines Journalisten in Odessa geboren, siedelte aber achtjährig mit seiner Familie nach Sankt Petersburg um. Als Jude war ihm seinerzeit der Besuch eines Gymnasiums (und somit ein mögliches Studium) verwehrt, so dass er nach Odessa zurückkehrte. Als junger Mann entdeckte er hier seine Leidenschaft für das Theater sowie für die Literatur. Nach der Oktoberrevolution reiste er wieder nach Sankt Petersburg, das nun Petrograd hieß, um hier uneingeschränkt künstlerisch wirken zu können. Zu jener Zeit gab es eine Vielzahl avantgardistischer Theaterrichtungen, die sich vom zaristisch geprägten Theater Stanislawskis loslösten und neue, revolutionäre Strömungen bildeten. Konstantin Miklaschewski, der damals im Theater der Komischen Oper arbeitete, führte Trauberg zu seinem Vorgesetzten, der ihn mit dem damals 15-jährigen Grigori Kosinzew bekanntmachte und ihn schließlich als Darsteller verpflichtete.

Als Duo fingen die beiden jedoch bald an, eigene Wege zu gehen und eine eigene Richtung in der Kunst einzuschlagen, den Exzentrismus. 1921 gründeten die beiden hierfür die „Fabrik des exzentrischen Schauspielers“ (FEKS) und experimentierten mit ihren Theaterinszenierungen in den Grenzen des sich verändernden Theaters, was damals zu einem Skandal führte. Die Gruppe wechselte danach zum Film und debütierte im Dezember 1924 mit dem Film Abenteuer der Oktjabrina, gefolgt von Ijschki gegen Judenitsch (1925), Teufels Rad (1926), dem expressionistischen Film Der Mantel (1926) und Das neue Babylon (1929). Im weiteren Verlauf ihrer Filmarbeit wurde das Filmduo auch international bekannt und avancierte in den 1930er Jahren, vor allem wegen ihrer Maxim-Trilogie, zum Aushängeschild des sowjetischen Kinos.

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